Einleitung

Einleitung



Geschichten um den Hägendörfer Root
(Quelle: Das goldene Buch der Root zu Hägendorf)
 
Schöpfer
Nach Forschungen von Dr. Fritz Grob: Johannes Kellerhals, von Hägendorf, im Hause Mühlerain 39. Dies wurde bestätigt von Emil Vögeli, Handwerkmeister, welcher im Nachbarhaus des Genannten (dr alt Chaschpu) aufgewachsen ist. Ebenso von Fräulein Rosa Kamber, alt Fabrikmeisterin, deren Vater seinerzeit den Root wieder von Egerkingen zurückgeholt hat.
 
Woher hatte der Schöpfer der Maske das handwerkliche Geschick ? Version von Hanssepp Flury-Schumacher, welche die Nachbildung der Holzmaske schuf: "Kellerhals war nicht Larvenmacher, sondern Schreiner. Er entstammte aber der Familie oder Verwandtschaft der Larvenmacher, deren Erzeugnisse weit herum bis nach Paris gekommen seien." Hanssepp Flury behauptet, dass auch er von Larvenmachers abstamme.
 
Version von Frau Julia Müller-Kellerhals: "Mein Grossvater war nicht Larven­macher, sondern Schreiner und Schnitzer. Wir sind nicht s'Larvenmachers. Wir sind eigentlich Hägendörfer-Kellerhals. Jene stammen aus Bipp und haben sich in Hägendorf eingekauft."
 
Entstehungszeit
Frau Müller sagt, dass er etwa 200 Jahre alt sei, denn ihr Vater (Sohn des Schöpfers) sei anno 1838 geboren. Gleichzeitig berichtet sie aber, dass ihr Vater noch nicht in die Schule gegangen sei, als der Grossvater den "Root" geschnitzt habe. Die Larve dürfte also kurz nach 1840 entstanden sein.
 
Verwendetes Holz
Dr. Fritz Grob in "Jurablätter Heft 5, Mai 1952": Die Larve im eigentlichen Sinn ist aus Lindenholz gefertigt.
 
Hanssepp Flury (der Nachbilder, Schreiner) hat die alte Larve unauffällig innen angeschnitten und stellt Massholder fest. Im naturwissenschaftlichen Taschenbuch "Waldbäume und Sträucher" (L. Klein) ist nachzulesen, dass Massholder-Feldahorn Acer caméstre der trägwüchsigste unserer Ahorne ist und zudem schwerspaltig und ein geschätztes Material für Drechsler und Bildschnitzer sei. .... Frau Müller-Kellerhals weiss von ihrem Vater, dass Grossvater den "Root" aus einem Weidenstock gemacht hat. Dieses Holz sei nämlich gut zu stechen und sonst zu nichts nutz ....
 
Beschrieb
Die Larve ist rot lackiert. Das tiefe Schwarz der Stirn-, Augen-, Nasen- und Mundfalten verstärkt den Wilden Ausdruck. Augenränder, Lippen und Zähne sind weiss. Die Höhe von der Kinnspitze bis zum oberen Stirnrand beträgt 32 cm.
 
Sie ist also kleiner als die schwer zu handhabenden Lötschentaler Masken, die 40-50 cm messen und grösser als die des Sarganserlandes und der Innerschweiz, welche 22-25 cm erreichen. Ihr Mass stimmt aber auffallend überein mit den Werken des berühmten Graubündner Maskenschnitzers Albert Anton Willi, vom Ems.
 
Doch rücken sie der wilde Gesichtsausdruck, die übergrosse Hakennase, das vorgezogene Kinn, die eng an der Nasenwurzel liegenden Augen und ihre übrige Ausstattung mit Kleid und Treicheln eher in die Nähe der Lötschentaler "Tschäggätä".
 
Die Frage also, ob der Root sein Dasein einer fremden Anregung verdankt oder ob tatsächlich eine einmalige unabhändige schöpferische Leistung vorliegt, ist kaum zu klären.
 
Der Neckruf
Alle Masken wurden mit: "Ruedi, Ruedi raddadda - chum mer nit a Hoger a" angerufen. Dem "Böög" ruft man im Chor: "Roote, Roote, der Tüfel het di gschroote".
 
Die Nachbildung der Larve
Vereiste Wege, wüstes Fasnachtstun und betrunkene Träger verursachten viele Schäden an der Maske. Verschiedentlich musste die Nase wieder angeleimt werden. Zuletzt hatte sie einen Sprung vom Scheitel bis zum Kinn.
 
Hanssepp Flury-Schumacher, Schreiner aus Hägendorf, hat vor der Fasnacht 1953 in 42 Arbeitsstunden eine möglichst genaue Nachbildung der alten Larve in Lindenholz geschnitzt. Auf der Innenseite der Stirne ist "HF 1953" eingekerbt.
 
Das Schicksal der alten Larve
In einer Sitzung vom 17. Januar 1955 übernahm der Einwohner-Gemeinderat Hägendorf das Patronat über die alte Larve und beschloss, dieselbe (ohne Fell, Kleid und Geschell) als Depositum dem Historischen Museum Olten zu übergeben. Am 22. Januar 1955 wurde die Maske von Konservator Ernst Schaetzle abgeholt.
 
Der Root kehrt heim
Im Jahre 2001 haben einige aktive Hägendörfer Fasnächtler gemeint, der originale Hägendörfer Root habe genug lange in fremden Gemächern genächtigt. Am Schmutzigen Donnerstagnachmittag wurde die Original-Larve durch eine grosse Hägendörfer Anhängerschaft beim Oltner Museum abgeholt und zu Fuss zurück bis nach Hägendorf gebracht.
 
In der Gemeindekanzlei Hägendorf ist die komplette Root-Nachbildung in einer speziellen Vitrine ausgestellt.
 


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